Das Herz rast, die Brust wird eng, Ihnen wird schwindelig, und ein Gefühl von Todesangst überwältigt Sie – scheinbar aus dem Nichts. Wenn Sie das kennen, haben Sie wahrscheinlich eine Panikattacke erlebt. Panikattacken gehören zu den intensivsten und beängstigendsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Und doch sind sie weitaus häufiger, als die meisten Menschen denken. In meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain ist die Behandlung von Panikattacken und Angststörungen einer meiner Schwerpunkte – und ich möchte Ihnen in diesem Artikel zeigen, dass es wirksame Wege gibt, diese Attacken zu verstehen und zu überwinden.

Was sind Panikattacken?

Eine Panikattacke ist ein plötzlicher Anfall intensiver Angst. Obwohl sich eine Panikattacke anfühlen kann, als würde etwas Lebensbedrohliches passieren, ist sie körperlich ungefährlich. Ihr Körper befindet sich im Alarmzustand – aber es gibt keine tatsächliche Gefahr.

Panikattacken können vereinzelt auftreten oder sich zu einer Panikstörung entwickeln. Von einer Panikstörung spricht man, wenn die Attacken wiederholt und unerwartet auftreten und Sie beginnen, sich vor der nächsten Attacke zu fürchten – die sogenannte Angst vor der Angst.

Symptome einer Panikattacke

Die Symptome einer Panikattacke sind vielfältig und betreffen sowohl den Körper als auch die Psyche. Typisch sind:

Körperliche Symptome

  • Herzrasen oder Herzklopfen – Ihr Herz schlägt so stark, dass Sie es in der Brust spüren
  • Atemnot oder Erstickungsgefühl – das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
  • Schwindel oder Benommenheit – als würde der Boden unter Ihren Füßen schwanken
  • Schweißausbrüche oder Kälteschauer
  • Zittern oder Beben
  • Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen oder Füßen
  • Engegefühl in der Brust

Psychische Symptome

  • Todesangst – die Überzeugung, gerade einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden
  • Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden
  • Derealisation – die Umgebung wirkt fremd oder unwirklich
  • Depersonalisation – das Gefühl, neben sich zu stehen

Viele Menschen, die zum ersten Mal eine Panikattacke erleben, suchen die Notaufnahme auf, weil sie glauben, einen Herzinfarkt zu haben. Die körperlichen Symptome sind so real und intensiv, dass dieser Schluss naheliegt. Wenn eine organische Ursache ausgeschlossen wurde, ist es wichtig zu verstehen, was in Ihrem Körper tatsächlich passiert.

Der Teufelskreis der Panik

Panikattacken entstehen und werden aufrechterhalten durch einen typischen Kreislauf, den wir in der Verhaltenstherapie als „Teufelskreis der Angst” bezeichnen. Das Verständnis dieses Kreislaufs ist der erste Schritt zur Veränderung.

So funktioniert der Teufelskreis:

  1. Ein Auslöser – Das kann ein körperliches Signal sein (z. B. leichtes Herzstolpern, Schwindel nach schnellem Aufstehen) oder eine belastende Situation.
  2. Katastrophisierende Bewertung – Sie interpretieren das Signal als bedrohlich: „Mit meinem Herzen stimmt etwas nicht!” oder „Ich bekomme keine Luft, ich ersticke!”
  3. Angstreaktion – Durch die bedrohliche Bewertung wird Ihr Nervensystem aktiviert. Der Körper schüttet Stresshormone wie Adrenalin aus.
  4. Verstärkung der Symptome – Die Stresshormone verstärken genau die körperlichen Symptome, die Sie als bedrohlich eingestuft haben: Das Herz schlägt noch schneller, die Atmung wird noch flacher.
  5. Weitere Katastrophisierung – Die verstärkten Symptome scheinen Ihre Befürchtung zu bestätigen: „Es wird schlimmer! Gleich passiert etwas Furchtbares!”
  6. Die Spirale dreht sich – bis die Panikattacke ihren Höhepunkt erreicht.

Dieser Kreislauf erklärt, warum Panikattacken sich so unkontrollierbar anfühlen können. Die gute Nachricht: Jeder einzelne Punkt in diesem Kreislauf bietet einen Ansatzpunkt für Veränderung.

Warum entstehen Panikattacken?

Die Ursachen für Panikattacken sind vielfältig und individuell. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:

  • Stress und Überlastung: Anhaltender Stress – beruflich, privat oder beides – kann den Boden für Panikattacken bereiten. Gerade in einer Stadt wie Berlin, die viel fordert, erlebe ich das häufig.
  • Lebensveränderungen: Umzüge, Trennungen, Jobwechsel oder Verlusterlebnisse können Panikattacken auslösen.
  • Biologische Veranlagung: Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Stresshormone als andere. Eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spielen.
  • Lerngeschichte: Wenn Sie in Ihrer Kindheit gelernt haben, körperliche Empfindungen als bedrohlich zu bewerten, steigt das Risiko für Panikattacken.
  • Vermeidungsverhalten: Paradoxerweise kann der Versuch, Panikattacken zu vermeiden, dazu beitragen, dass sie sich verstärken und ausbreiten.

Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist das am besten erforschte und wirksamste Verfahren zur Behandlung von Panikstörungen. Studien zeigen, dass etwa 70 bis 80 Prozent der Betroffenen durch KVT eine deutliche Besserung oder vollständige Symptomfreiheit erreichen.

Psychoedukation: Verstehen, was passiert

Im ersten Schritt geht es darum, den Teufelskreis der Panik zu verstehen. Wenn Sie wissen, was in Ihrem Körper passiert und warum, verlieren die Symptome einen Teil ihres Schreckens. Sie lernen, dass Panikattacken ungefährlich sind – auch wenn sie sich bedrohlich anfühlen.

Kognitive Umstrukturierung: Anders denken lernen

In der Therapie arbeiten wir gemeinsam daran, die katastrophisierenden Bewertungen zu erkennen und zu verändern. Statt „Mein Herz rast – ich bekomme einen Herzinfarkt!” lernen Sie, realistischer einzuordnen: „Mein Herz schlägt schneller, weil mein Körper auf Stress reagiert. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich.”

Dieser Prozess braucht Zeit und Übung, aber er verändert grundlegend, wie Sie mit den Symptomen umgehen.

Expositionstherapie: Der Angst begegnen

Ein zentrales Element der Behandlung ist die Exposition – die bewusste und begleitete Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen und Empfindungen. Das klingt zunächst beunruhigend, ist aber einer der wirksamsten Ansätze in der Angstbehandlung.

Bei der interozeptiven Exposition werden bewusst körperliche Empfindungen hervorgerufen, die einer Panikattacke ähneln – zum Beispiel durch schnelles Atmen oder Drehbewegungen. Sie erleben dabei, dass diese Empfindungen zwar unangenehm sind, aber von selbst wieder abklingen und keine Katastrophe eintritt.

Bei der Exposition in vivo begeben Sie sich schrittweise in Situationen, die Sie bisher gemieden haben – etwa das Fahren mit der U-Bahn, den Aufenthalt in Menschenmengen oder das Betreten enger Räume. Auch hier machen Sie die Erfahrung: Die befürchtete Katastrophe tritt nicht ein, und die Angst lässt mit der Zeit nach.

Rückfallprävention

Gegen Ende der Therapie entwickeln wir gemeinsam einen Plan, wie Sie mit möglichen Rückfällen umgehen können. Sie lernen, Frühwarnzeichen zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Ziel ist es, dass Sie sich Ihrem Leben wieder uneingeschränkt zuwenden können – mit dem Wissen, dass Sie die Werkzeuge haben, um mit der Angst umzugehen.

Erste Hilfe bei einer Panikattacke

Wenn Sie gerade eine Panikattacke erleben, können folgende Strategien helfen:

  • Erinnern Sie sich: „Das ist eine Panikattacke. Sie ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie wird vorbeigehen.”
  • Atmen Sie bewusst: Atmen Sie langsam ein (4 Sekunden), halten Sie kurz an (2 Sekunden) und atmen Sie langsam aus (6 Sekunden). Die verlängerte Ausatmung aktiviert Ihren Parasympathikus und hilft, die Stressreaktion zu regulieren.
  • Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit nach außen: Benennen Sie fünf Dinge, die Sie sehen, vier, die Sie hören, drei, die Sie berühren können. Diese Technik kann helfen, aus dem Angstkreislauf auszusteigen.
  • Bleiben Sie, wo Sie sind: Der Impuls, die Situation zu verlassen, ist stark – aber wenn Sie bleiben, lernen Sie, dass die Angst von selbst nachlässt.

Panikattacken behandeln in Berlin

Wenn Panikattacken Ihren Alltag einschränken, ist professionelle Hilfe der wirksamste Weg heraus. In meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain im Herzen von Friedrichshain behandle ich Panikstörungen und andere Angsterkrankungen mit kognitiver Verhaltenstherapie. Meine Erfahrung zeigt: Hinter der Panik verbergen sich oft verschüttete Stärken – die Fähigkeit, achtsam mit sich umzugehen, Grenzen zu setzen und das eigene Leben bewusst zu gestalten. Die Therapie hilft Ihnen, diese Stärken wiederzuentdecken.

Lassen Sie sich nicht von der Angst bestimmen. Es gibt wirksame Hilfe, und der erste Schritt ist, sich diese Hilfe zu suchen.

Vereinbaren Sie ein Erstgespräch in meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain. Gemeinsam finden wir einen Weg aus dem Teufelskreis der Panik.

Last Updated: 3. April 2026