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Erstgespräch Psychotherapie – Der erste Schritt ist oft der schwerste
Viele Menschen, die sich mit dem Gedanken an eine Psychotherapie tragen, schieben den ersten Termin lange vor sich her. Das ist verständlich: sich einem fremden Menschen zu öffnen, über persönliche Themen zu sprechen, erfordert Mut. In meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain erlebe ich regelmäßig, wie erleichtert Patientinnen und Patienten nach dem ersten Gespräch sind – weil sie merken, dass ihre Befürchtungen meist größer waren als das Gespräch selbst.
In diesem Artikel möchte ich Ihnen einen kurzen Einblick geben, wie ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten abläuft, was besprochen wird und wie Sie sich darauf vorbereiten können. Denn je besser Sie wissen, was auf Sie zukommt, desto leichter fällt der erste Schritt.
Warum ein Erstgespräch wichtig ist
Das Erstgespräch – fachlich auch probatorische Einzelstunde genannt – dient beiden Seiten: Ihnen und der Psychotherapeutin. Es ist kein Test und keine Prüfung. Vielmehr geht es darum, gemeinsam herauszufinden, ob und welche Form der Unterstützung für Sie sinnvoll ist.
In meiner Arbeit als Psychotherapeutin in Berlin-Friedrichshain lege ich besonderen Wert darauf, dass Sie sich im Erstgespräch willkommen und gehört fühlen. Es geht nicht darum, sofort alle Probleme auf den Tisch zu legen. Es geht darum, einen Anfang zu finden.
So läuft ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten ab
Jede Therapeutin gestaltet das Erstgespräch etwas anders. Die folgenden Punkte geben Ihnen jedoch eine gute Orientierung darüber, was Sie in der Regel erwartet:
Ankommen und Kennenlernen
Die ersten Minuten dienen dazu, dass Sie ankommen können. Sie lernen die Praxisräume kennen und bekommen ein Gefühl dafür, ob die Atmosphäre für Sie stimmt. Ich stelle mich kurz vor, erkläre den Rahmen und gebe Ihnen Raum, Ihre Fragen zu stellen.
Ihr Anliegen schildern
Dann geht es um Sie: Was führt Sie her? Was belastet Sie aktuell? Seit wann bestehen die Schwierigkeiten? Sie müssen dabei nicht chronologisch oder vollständig erzählen – sprechen Sie einfach über das, was Ihnen gerade am wichtigsten erscheint. Alles Weitere ergibt sich im Verlauf.
Fragen der Therapeutin
Ich werde Ihnen einige Fragen stellen, um ein besseres Bild Ihrer Situation zu bekommen. Das können Fragen sein zu:
- Ihrer aktuellen Lebenssituation (Beruf, Familie, Alltag)
- Früheren Erfahrungen mit Therapie oder Beratung
- Körperlichen Beschwerden oder Vorerkrankungen
- Ihren Stärken und Ressourcen – denn diese sind mindestens genauso wichtig wie die Probleme
Erste diagnostische Einschätzung
Auf Grundlage unseres Gesprächs nehme ich eine erste Einschätzung vor. Dabei geht es nicht darum, Sie in eine Schublade zu stecken, sondern darum zu verstehen, welche Unterstützung am besten zu Ihnen passen könnte. In der Verhaltenstherapie, wie ich sie praktiziere, schauen wir gemeinsam auf die Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten.
Gemeinsame Einschätzung und nächste Schritte
Am Ende des Gesprächs besprechen wir gemeinsam, wie es weitergehen kann. Mögliche nächste Schritte sind:
- Probatorische Sitzungen: In der Regel 2–4 weitere Gespräche zum vertieften Kennenlernen
- Weitervermittlung: Falls eine andere Therapieform oder ein anderer Schwerpunkt besser passen würde
Wie Sie sich auf das Erstgespräch vorbereiten können
Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Dennoch kann es hilfreich sein, wenn Sie sich vorab ein paar Gedanken machen:
- Notieren Sie Ihre Hauptanliegen: Was möchten Sie verändern? Was belastet Sie am meisten?
- Bringen Sie Ihre Versicherungskarte mit (bei gesetzlich Versicherten)
- Planen Sie ausreichend Zeit ein: Ein Erstgespräch dauert in der Regel 50 Minuten
- Stellen Sie Fragen: Notieren Sie sich vorab, was Sie über die Therapie wissen möchten
Übrigens: Sie müssen nicht alles im ersten Gespräch erzählen. Vertrauen wächst mit der Zeit, und eine gute therapeutische Beziehung entsteht nicht an einem Tag.
Tipps gegen Nervosität vor dem ersten Termin
Es ist völlig normal, vor einem Erstgespräch nervös zu sein. Hier sind einige Gedanken, die Ihnen helfen können:
- Nervosität ist kein Zeichen von Schwäche – sie zeigt, dass Ihnen das Thema wichtig ist
- Es gibt kein richtig oder falsch: Sie müssen nichts Bestimmtes sagen oder fühlen
- Sie entscheiden: Niemand zwingt Sie zu einer Therapie. Nach dem Erstgespräch können Sie in Ruhe überlegen, ob Sie weitermachen möchten
- Therapeuten sind es gewohnt: Wir wissen, dass der erste Schritt Überwindung kostet, und begegnen Ihnen mit Verständnis
Manchmal hilft es auch, sich bewusst zu machen, dass Sie mit dem Termin bereits etwas Mutiges tun. Sie kümmern sich um sich selbst – das verdient Anerkennung.
Was passiert nach dem Erstgespräch?
Nach dem Erstgespräch haben Sie Zeit, Ihre Eindrücke sacken zu lassen. Wichtige Fragen, die Sie sich stellen können:
- Habe ich mich gehört und verstanden gefühlt?
- War die Atmosphäre angenehm?
- Kann ich mir vorstellen, dieser Person zu vertrauen?
Wenn die Antworten positiv ausfallen, vereinbaren wir probatorische Sitzungen. In diesen vertiefenden Gesprächen entwickeln wir gemeinsam ein Verständnis für Ihre Situation und legen Therapieziele fest. Anschließend stelle ich den Antrag bei Ihrer Krankenkasse.
Wenn Sie sich unsicher fühlen oder das Gefühl haben, dass es nicht gepasst hat, ist das ebenfalls in Ordnung. Nicht jede Therapeut-Patient-Kombination passt, und es ist wichtig, dass Sie jemanden finden, bei dem Sie sich wohlfühlen.
Verschüttete Stärken wiederentdecken
In meiner therapeutischen Arbeit geht es nie nur darum, was nicht funktioniert. Genauso wichtig ist es, den Blick auf das zu richten, was in Ihnen steckt – auf Fähigkeiten und Stärken, die vielleicht unter dem Gewicht der aktuellen Belastungen verschüttet sind. Das Erstgespräch in der Psychotherapie ist der Beginn dieser Entdeckungsreise.
Ich begleite Sie dabei, diese Ressourcen wieder zugänglich zu machen und sie für Ihre Veränderung zu nutzen. Denn Therapie bedeutet nicht, dass mit Ihnen etwas grundlegend falsch ist. Therapie bedeutet, dass Sie bereit sind, sich weiterzuentwickeln.
Vereinbaren Sie Ihr Erstgespräch
Wenn Sie über eine Psychotherapie nachdenken und sich fragen, ob der Schritt für Sie der richtige ist, lade ich Sie ein, es herauszufinden. Sie müssen sich vorher nicht sicher sein – dafür ist das Erstgespräch da.
Vereinbaren Sie ein Erstgespräch in meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain.
Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.

