Inhaltsverzeichnis
- Traumafolgestörungen
- Angststörungen
- Weitere Anwendungsbereiche
- Phase 1: Anamnese und Behandlungsplanung
- Phase 2: Stabilisierung und Vorbereitung
- Phase 3: Bewertung der Zielerinnerung
- Phase 4: Desensibilisierung (Verarbeitung)
- Phase 5–8: Verankerung, Körpercheck, Abschluss und Nachbefragung
- Wie viele Sitzungen braucht man?
- Ist EMDR schmerzhaft?
- Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Was ist EMDR und warum gilt es als eine der wirksamsten Traumatherapie-Methoden?
Wenn belastende Erlebnisse nicht richtig verarbeitet werden, können sie sich tief in unser Erleben einprägen – als wiederkehrende Bilder, als diffuse Angst, als Schlafstörungen oder als körperliche Anspannung, die einfach nicht nachlässt. Viele Menschen in Berlin, die unter den Folgen traumatischer Erfahrungen leiden, haben bereits verschiedene Wege ausprobiert, um Erleichterung zu finden. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) bietet einen therapeutischen Ansatz, der gezielt dort ansetzt, wo belastende Erinnerungen im Gehirn „feststecken“.
Die Methode wurde Ende der 1980er-Jahre von der amerikanischen Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelt. Was zunächst als zufällige Beobachtung begann – Shapiro bemerkte, dass bestimmte Augenbewegungen die emotionale Belastung von Erinnerungen reduzierten – wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einer der am besten erforschten Psychotherapie-Methoden weltweit. Heute empfehlen sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch nationale Fachgesellschaften EMDR als Behandlung der Wahl bei posttraumatischen Belastungsstörungen.
Wie funktioniert EMDR? Das Prinzip der bilateralen Stimulation
Das Herzstück der EMDR-Therapie ist die sogenannte bilaterale Stimulation. Dabei werden beide Gehirnhälften abwechselnd angeregt – klassischerweise durch geführte Augenbewegungen, aber auch durch taktile Reize (leichtes Klopfen auf die Hände) oder akustische Signale.
Doch warum hilft das? Die Forschung geht davon aus, dass traumatische Erlebnisse im Gehirn anders gespeichert werden als normale Erinnerungen. Sie bleiben gewissermaßen in einem unverarbeiteten Zustand – mit allen damals erlebten Gefühlen, Körperempfindungen und Gedanken. Die bilaterale Stimulation unterstützt das Gehirn dabei, diese „eingefrorenen“ Erinnerungen wieder in den normalen Verarbeitungsprozess einzugliedern.
Stellen Sie sich vor, eine belastende Erinnerung liegt wie ein unsortierter Stapel in einem Archiv. EMDR hilft Ihrem Gehirn, diesen Stapel zu sortieren und richtig einzuordnen. Die Erinnerung verschwindet nicht – aber sie verliert ihre emotionale Wucht. Was vorher Panik oder Hilflosigkeit auslöste, wird zu einer Erinnerung, die zwar noch da ist, aber nicht mehr das gegenwärtige Erleben bestimmt.
Wissenschaftliche Wirksamkeit: Was sagt die Forschung?
EMDR gehört zu den am besten untersuchten Psychotherapie-Methoden. Die Studienlage ist beeindruckend:
- Hohe Erfolgsquoten: Studien zeigen, dass 77 bis 90 Prozent der Patientinnen und Patienten mit einer einfachen posttraumatischen Belastungsstörung nach wenigen Sitzungen eine deutliche Besserung erleben.
- Schnellere Wirkung: Im Vergleich zu anderen Therapieverfahren zeigt EMDR häufig schon nach wenigen Sitzungen spürbare Veränderungen.
- Anerkannt: Die WHO, die American Psychological Association und die deutschsprachigen Fachgesellschaften empfehlen EMDR zur Behandlung von Traumafolgestörungen.
- Nachhaltig: Die erzielten Verbesserungen bleiben auch in Langzeit-Nachuntersuchungen stabil.
In meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain arbeite ich seit vielen Jahren mit EMDR und erlebe immer wieder, wie Menschen nach belastenden Erfahrungen ihre verschütteten Stärken wiederentdecken und zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden.
Anwendungsgebiete: Wofür wird EMDR eingesetzt?
Obwohl EMDR ursprünglich für die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) entwickelt wurde, hat sich das Anwendungsspektrum deutlich erweitert. Heute wird EMDR erfolgreich eingesetzt bei:
Traumafolgestörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Komplexe Traumafolgestörungen
- Akute Belastungsreaktionen nach einschneidenden Erlebnissen
Angststörungen
- Phobien (z. B. Flugangst, Prüfungsangst)
- Panikstörungen
- Generalisierte Angststörung
Weitere Anwendungsbereiche
- Depressive Episoden mit traumatischem Hintergrund
- Trauer und Verlust
- Chronische Schmerzen
- Selbstwertprobleme und negative Überzeugungen über sich selbst
- Belastende Lebensereignisse (Trennung, Arbeitsplatzverlust, Krankheitsdiagnosen)
In Berlin, besonders in Friedrichshain – einer Stadt, die viele Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten zusammenbringt, begegnen mir in der Therapie ganz verschiedene Formen von Belastungen. EMDR bietet die Möglichkeit, auch bei komplexeren Hintergründen wirksam zu helfen.
Ablauf einer EMDR-Sitzung: Was erwartet Sie?
Viele Menschen fragen sich verständlicherweise, was genau in einer EMDR-Sitzung passiert. Hier ein Überblick über die acht Phasen, die eine EMDR-Behandlung typischerweise umfasst:
Phase 1: Anamnese und Behandlungsplanung
Bevor die eigentliche EMDR-Arbeit beginnt, nehme ich mir ausreichend Zeit, Ihre Geschichte zu verstehen. Welche Erlebnisse belasten Sie? Welche Symptome zeigen sich? Gemeinsam entwickeln wir einen Behandlungsplan.
Phase 2: Stabilisierung und Vorbereitung
Sie lernen Techniken zur Selbstberuhigung und emotionalen Stabilisierung. Das ist wichtig, damit Sie sich während der EMDR-Verarbeitung sicher fühlen. Wir arbeiten erst dann mit belastenden Erinnerungen, wenn Sie sich ausreichend stabilisiert fühlen.
Phase 3: Bewertung der Zielerinnerung
Wir identifizieren gemeinsam die belastende Erinnerung, die bearbeitet werden soll. Sie benennen ein dazugehöriges inneres Bild, einen negativen Gedanken über sich selbst und den gewünschten positiven Gedanken.
Phase 4: Desensibilisierung (Verarbeitung)
Das Kernstück: Während Sie an die belastende Erinnerung denken, folgen Ihre Augen meinen Handbewegungen (oder es erfolgt eine andere Form der bilateralen Stimulation). In mehreren Sets verarbeitet Ihr Gehirn die Erinnerung schrittweise. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass die Erinnerung dabei blasser wird und die emotionale Belastung nachlässt.
Phase 5–8: Verankerung, Körpercheck, Abschluss und Nachbefragung
Der positive Gedanke wird verankert, körperliche Restspannungen aufgelöst und die Sitzung strukturiert abgeschlossen. In der Folgesitzung überprüfen wir gemeinsam, wie sich die Verarbeitung ausgewirkt hat.
EMDR in Berlin: Warum eine spezialisierte Therapeutin wichtig ist
EMDR ist eine hochwirksame Methode – aber sie erfordert eine fundierte Ausbildung und klinische Erfahrung. Als approbierte Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Verhaltenstherapie und Traumatherapie arbeite ich in meiner Berliner Praxis regelmäßig mit EMDR.
Was mir dabei besonders am Herzen liegt: EMDR ist kein starres Protokoll, das mechanisch abgearbeitet wird. Jede Therapie beginnt mit einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung. Erst wenn Sie sich sicher fühlen, kann die eigentliche Verarbeitung beginnen. In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, wie Menschen durch EMDR wieder Zugang zu ihren verschütteten Stärken und Ressourcen finden – Fähigkeiten, die durch belastende Erfahrungen verdeckt wurden, aber nicht verloren sind.
Häufige Fragen zu EMDR
Wie viele Sitzungen braucht man?
Das hängt von der Art und Schwere der Belastung ab. Bei einer einzelnen traumatischen Erfahrung können manchmal schon 3 bis 6 EMDR-Sitzungen ausreichen. Bei komplexeren Traumatisierungen ist eine längere Behandlung sinnvoll, wobei EMDR in ein umfassenderes Therapiekonzept eingebettet wird.
Ist EMDR schmerzhaft?
EMDR kann emotional fordernd sein, da belastende Erinnerungen kurzzeitig aktiviert werden. Allerdings erleben die meisten Patientinnen und Patienten die Methode als gut verträglich, weil die bilaterale Stimulation gleichzeitig eine beruhigende Wirkung hat. Sie behalten während der gesamten Sitzung die Kontrolle.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
EMDR ist als Methode im Rahmen einer Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie von den Krankenkassen anerkannt. Die Kosten werden in der Regel übernommen, wenn eine psychotherapeutische Behandlung bewilligt wurde.
Der erste Schritt: Traumatherapie mit EMDR in Berlin beginnen
Wenn Sie unter den Folgen belastender Erlebnisse leiden, müssen Sie das nicht alleine durchstehen. EMDR bietet einen wissenschaftlich fundierten Weg, belastende Erinnerungen zu verarbeiten und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.
In meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain biete ich Ihnen einen geschützten Rahmen für Ihre Therapie. Gemeinsam finden wir heraus, ob EMDR der richtige Ansatz für Sie ist.
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